| Rosskastanie | | Drucken | |
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aus dem Inhalt: (einfach anklicken) Warum heißt die Rosskastanie eigentlich "Rosskastanie"? Weil man Kastanien in früherer Zeit an Pferde, also Rösser, verfüttert hat, wenn sie unter Husten und Atemnot litten - daher der Name „Rosskastanie". Sie wurden auch vorwiegend als Tierfutter genutzt. Zwar gab es den Brauch, immer eine Rosskastanie in der Hosentasche mit sich zu tragen, weil das vor Rheuma schützen sollte, doch als richtige Heilpflanze für den Menschen wurde die Kastanie erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt. In Notzeiten haben Menschen früher auch Rosskastanien gegessen und als Kaffeeersatz verwendet. Auch als stärkender Trunk bei Bronchitis und Rheuma. Dazu legte man die Kastanien über Nacht in Milchwasser ein, damit sie nicht so bitter schmeckten. Heute sollte man zu kulinarischen Zwecken lieber die Esskastanie nehmen, die sehr viel Stärke enthält und geröstet auch lecker schmeckt. Heilwirkungen und Anwendungsgebiete der Rosskastanie Was für die Rösser gilt, gilt auch für die Menschen. Kastanientee eignet sich wunderbar als schleimlösendes Mittel bei festsitzendem Husten. Dazu verwendet man die Blüten der Kastanie, die gibt’s im Frühjahr frisch am Baum und zu anderen Jahreszeiten in der Apotheke. Die Rosskastanie enthält natürliche Seifenstoffe, sogenannte Saponine und eignet sich deshalb hervoragend für einen Badezusatz. Für ein Vollbad braucht man einen halben Eimer frische Kastanien. Die wäscht man ab, zerschneidet sie und weicht sie über Nacht in Wasser ein, damit sie weich werden. Am nächsten Tag dann in einem Topf kurz aufkochen, abseihen und den Sud ins Badewasser schütten. Gut umrühren, dann bildet sich schönster Badeschaum, der auch noch gesund ist. Der Schaum entsteht durch die Saponine und tut gut bei Rheuma, Gicht und Durchblutungsstörungen. Das ist ganz einfach: frisch gesammelte Kastanien abwaschen und samt Schale zerkleinern und in ein Schraubglas geben. Die zerschnittenen Kastanien dann mit gutem Schnaps übergießen, 3 Wochen auf der hellen Fensterbank stehen lassen, gelegentlich umschütteln, abfiltrieren und ein einer dunklen Flasche aufbewahren. Von unserer bereits fertigen Kastanientinktur nehmen wir 20 ml ab und geben 80 ml (aufgekochtes und wieder abgekühltes) Wasser in ein hohes Gefäß. Dann brauchen wir noch ein Bindemittel, einen sogenannten Gelbildner, den gibt’s für 5 Euro pro 20 Gramm in der Apotheke. Hört sich teuer an, aber man braucht ganz wenig davon, nur 1 Teelöffel und das entspricht etwa 1 Gramm. Davon streuen wir einen leicht gehäuften Teelöffel über das Tinktur-Wassergemisch. Sie können dieses Gel gut verwenden bei Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, Krampfadern, Blutergüssen oder auch bei nächtlichen Wadenkrämpfen und natürlich rechtzeitig, um all dem vorzubeugen, wenn man lange sitzen oder stehen muss, z.B. auf Reisen. Die hellgrünen Samenschalen der unreifen(!) Früchte sind giftig. Man sollte sie also von Kindern fern halten, die ja gerne die Händchen in den Mund stecken. Wenn man größere Hautverletzungen an den Händen hat, sollte man die unreifen, grünen Schalen nicht anfassen. Wenn jemand sehr viel davon erwischt hat, kann das im schlimmsten Fall zu Übelkeit und Bauchschmerzen führen, bis hin zum Erbrechen.
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