Erkältungsbäder, Essigsocken, Zwiebelsäckchen und Co.

Eiskristalle

Eine Erkältung kündigt sich an

Erkältungsbadmit Thymian, Oregano oder Majoran. Gibt es fertig zu kaufen. Zum Selbermachen nutzen Sie den Vorrat dieser Kräuter aus dem Garten der Sommerzeit. Übergießen Sie 50-100g getrocknete Pflanzenteile mit 2 Liter heißem Wasser und lassen zugedeckt etwa 15 Minuten lang ziehen. In dieser Zeit läuft das Wasser in die Wanne. Dann sieben Sie den Pflanzenextrakt in das Badewasser und steigen dazu. 20 Minuten Badezeit reichen. Hinterher nicht abtrocknen, nur abstreifen und in ein großes Badetuch wickeln. Anschließend noch mindestens ½ Stunde ruhen.

Holunder- oder Lindenblütentee trinken – so heiß wie möglich und so viel wie möglich; tagsüber und auch vor dem Schlafengehen. Dabei geraten Sie ins Schwitzen – und Schwitzen heizt Viren und Bakterien aus dem Körper. Auch das Fieber wird durch diese Pflanzen gesenkt.

Heiße Hühnersuppe, selbst gemacht, hält sogar wissenschaftlichen Untersuchungen stand. Amerikanische Forscher bestätigen, dass sie antibakteriell wirkt und die Leukozyten aktiviert. Ein 2-3 kg schweres Suppenhuhn mit 3 großen Zwiebeln, 3 Pastinaken, 1 Süßkartoffel, 2 weißen Rüben und 12 großen Karotten in einem großen Topf mit Wasser bedecken und 1,5 Stunden kochen lassen. Das Fett abschöpfen, 1 Bund Petersilie und 5-6 Stangen Sellerie zugeben und weitere 45 Minuten kochen lassen. Fleisch herausnehmen und anderweitig verwenden. Gemüse heraus nehmen, im Mixer pürieren, wieder in die Suppe geben und alles gut würzen. 350ml bewirken bei einem 70kg schweren Menschen Wunder.

 

Fieber

Heißer Holundersaft ist eine natürliche Vitamin C-Quelle und enthält außerdem noch viele B-Vitamine, Anthozyane (das sind Pflanzenfarbstoffe, die als Radikalfänger wirken) und Mineralstoffe. Alles zusammen ein Powerpaket, das die Abwehrkräfte des Körpers stärkt. Trinken Sie Holundersaft abends so heiß wie möglich und gehen direkt anschließend ins Bett. Das treibt den Schweiß und damit auch die Viren oder Bakterien aus dem Körper. Und senkt das Fieber.

Wadenwickel (nicht geeignet bei kalten Füßen und Händen) senken das Fieber und erleichtern den Verlauf der Krankheit. Wadenwickel werden an jede Wade einzeln angelegt und reichen vom Fußgelenk bis zur Kniekehle. Legen Sie als erstes ein Woll- oder Frotteetuch als Unterlage unter beide Beine, tränken dann ein Baumwolltuch in Wasser (30°), wringen die Tücher aus und legen sie glatt um jede Wade herum. Darüber kommt je ein trockenes Frotteetuch zum Schutz. Wechseln Sie die Innentücher sobald sie warm sind. Bei Kindern könnte ein einmaliges Anlegen reichen, bei Erwachsenen können Sie die Wadenwickel 5-6mal anlegen. Das Fieber sollte insgesamt um etwa 1° gesenkt werden. Mehr würde den Kreislauf zu sehr belasten. In jedem Fall sollten Sie aufhören, wenn die Füße kalt werden.

Mit Essig-Wickeln können Sie die Wirkung von Wasserwickeln noch verstärken. Für Essigwickel mischen Sie ein Drittel Essig mit Zweidritteln Wasser und tauchen die Tücher dort hinein.

Essigsocken oder besser: Essig-Kniestrümpfe sind für manche Menschen angenehmer. Dazu tauchen Sie Woll- oder Baumwollsocken in die Wasser-Essig-Mischung, lassen sie sich vollsaugen, wringen sie wieder gut aus und streifen sie über die heißen Füße und Waden. Darüber wickeln Sie anschließend ein trockenes Handtuch. Entfernen Sie die Socken, sobald sie die Körpertemperatur erreicht haben. Die Anwendung der Essigsocken können Sie noch einmal (etwa 1 Stunde später) wiederholen. Nicht öfter.

 

Husten

Inhalieren mit (und Tee trinken aus) Thymian. Thymian tötet Bakterien und Viren, sorgt schnell für einen klaren Kopf und wirkt schon beim Einatmen, denn das ätherische Öl des Thymians reinigt mit jedem Atemzug Bronchien und Lunge.

Brustwickel nur mit Wasser. Ein Tuch in körperwarmes Wasser tauchen, auswringen, um die Brust legen, mit einem Wollschal fixieren und ca. 30 – 60 Minuten liegen lassen. Danach warm halten. Das aktiviert die Abwehrkräfte.

Bei Brustwickeln mit Kräuterextrakten werden die Innentücher in heiße oder kalte Kräutertees getaucht, um zusätzlich zur Wasserwirkung auch die spezielle Kräuterwirkung zu nutzen. Nutzen Sie dafür Kräuter, die die Atemwege befreien, den Husten lösen und das Abhusten erleichtern. Das können u.a. Thymian, Spitzwegerich, Minzen und Fichtennadeln. 

Heißer Kartoffelwickel als Halswickel bei Halsschmerzen und Brustwickel bei Bronchitis. Kartoffeln halten die Wärme sehr schön lange. Kochen Sie 4-6 mittelgroße Kartoffeln weich, wickeln sie mit der Schale in ein Küchentuch und zerquetschen sie vorsichtig mit der Faust. Achtung, sie sind noch sehr heiß. Formen Sie daraus eine flache Kompresse, die die Brust gut bedecken kann. Legen Sie ein großes Handtuch auf das Bett unter den Rücken des Patienten als Außentuch und der Patient legt sich darauf. Prüfen Sie die Wärme des Kartoffelkissens, bevor Sie auf die Haut legen und achten darauf, dass es nicht zu heiß ist und gut ertragen wird. Erst dann befestigen Sie das Paket sorgfältig mit dem großen Handtuch und decken den Patienten gut zu. Der Wickel kann solange liegen bleiben, wie er als angenehm empfunden wird, manchmal auch über Nacht. 

Zwiebelsaft: 1 Zwiebel (oder auch 2 Knoblauchzehen) fein hacken, mit 3 EL Zucker, Honig oder Ahornsirup übergießen. Bei genügend Zeit bleibt diese Mischung einige Stunden stehen. Von dem austretenden Saft nehmen Sie jede Stunde 1 Teelöffel voll ein. Brauchen Sie diesen Hustensaft dringender, köcheln Sie die gehackten Zwiebeln zusammen mit Zucker, Honig und 1/8 L Wasser 10 Minuten auf kleiner Flamme. Der Sirup löst Schleim und tötet Krankheitskeime.

Schwarzer Rettich: oben die Kappe abschneiden, ihn trichterförmig aushöhlen, mit einer Stricknadel einen Kanal nach unten stechen, dann auf ein Glas stellen und den Trichter mit Honig auffüllen. Das zieht den Saft aus dem Rettich, verflüssigt ihn und sammelt ihn im Gefäß. Die enthaltenen Senföle wirken antibiotisch und schleimlösend. Mehrmals täglich 1 Teelöffel. Purer Rettichsaft (direkt aus dem Entsafter und ohne Honig) regt den Gallefluss an und hilft bei Leberproblemen.

 

Schnupfen

Inhalieren mit Kamillen- oder Salbeitee. Geben Sie 1 Handvoll Salbeiblätter (frisch oder getrocknet) oder Kamillenblüten in eine Schüssel und übergießen sie mit etwa 2 Litern heißem Wasser. Legen Sie ein Handtuch über Kopf und Schüssel und atmen den heißen Dampf solange tief in die Lungen ein, wie es angenehm ist.

1 Tropfen Pfefferminz- oder Eukalyptusöl auf ein Papiertaschentuch geben und beim Schlafen neben das Kopfkissen legen

Meerrettichkompresse – Die darin enthaltenen Senföle reizen die Haut, fördern die Durchblutung und wirken gegen Bakterien, Viren und Pilze. Reiben Sie dafür den Meerrettich frisch und wickeln eine esslöffelgroße Menge davon so in ein Taschentuch, dass auf einer Seite der Meerrettich nur von einer Stoffseite bedeckt ist. Mit dieser Seite die Kompresse für 2-5 Minuten auf den Nacken legen zwischen 6. und 7. Halswirbel (Das ist die Reflexzone für Nasennebenhöhlen). Sobald die Stelle intensives Brennen hervorruft, spätestens jedoch nach 5 Minuten, entfernen Sie die Kompresse und reiben die gerötete Haut z.B. mit Johanniskrautöl ein. Nicht zu nah an die Augen kommen. Für Kinder ist diese Kompresse zu stark. Die Meerrettichkompresse hilft auch bei Ischias, Hexenschuss, Neuralgien, Nervenentzündungen.

Wenn die Nase läuft und bei kalten Füßen: Ansteigende Fußbäder mit Rosmarin oder Beifuss - bis die Schweißperlen auf der Stirn stehen.

Anti-Erkältungs-Brot: Machen Sie sich ein leckeres Honigbrot, überstreuen es mit Thymian und geben Knoblauchscheibchen drüber. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, das für ein munteres Immunsystem sorgt!

 

Halsschmerzen

Halswickel mit Zitronensaft (Tauchen Sie ein großes Baumwolltaschentuch in eine Mischung aus 1 Teil Zitronensaft und 5 Teilen Wasser, drücken es gut aus und legen es vorne um den Hals, etwa von Ohr zu Ohr. Mit einem Schal fixieren und wärmen).

Frische Salbeiblätter kauen.

Gurgeln mit Salzwasser: Lösen Sie ½ Teelöffel Salz in einem Glas Wasser auf und gurgeln damit einmal in der Stunde.

Viel dünne Kräutertees trinken, damit die Schleimhäute nicht austrocknen (aus Ingwer, Lindenblüten, Holunderblüten, Salbei, Thymian oder Spitzwegerich).

„Salbeisuppe“ bei Infektanfälligkeit: 1 EL frische, gehackte Salbeiblätter und 1 TL Honig in ½ Tasse warmer Milch verrühren und langsam und genussvoll wie eine Suppe löffeln. Wenn Sie eine Kur machen wollen um die Abwehrkräfte zu stärken, nehmen Sie 2x täglich so eine Portion zu sich - und das etwa für 2-3 Wochen.

 

Ohrenschmerzen

Zwiebelwickel – 1 Zwiebel in kleine Stücke schneiden, sie in ein Taschentuch geben und dieses Taschentuch auf und hinter das Ohr legen. Mit Stirnband oder Mütze fixieren. 1-2 Stunden liegen lassen.

1 Tropfen Johanniskrautöl auf einen warmen Löffel geben und in den Gehörgang träufeln. Mit Watte verschließen.