Seine Heimat ist der Mittelmeerraum, aber er gedeiht auch in unseren Gärten, wenn wir ihm ein sonniges Plätzchen geben: der Lavendel. Jetzt, im Juli, steht er in voller Blüte.

Um Lavendel als Heilpflanze kennen zu lernen, brauchen wir nur seinem Duft zu folgen.
Lavendel ist ein wahres Heilmittel für das Nervensystem. Lavendel zu riechen bedeutet: eintauchen in eine eigene Welt – ein Duftwelt. Eine Welt voller Entspannung, Urlaubserinnerungen, Auftanken, Träumen…

Lavendelduft ist zum Beispiel ein wunderbares pflanzliches Kopfschmerzmittel.

Lavendelsäckchen

Leider verfliegt der Lavendelduft schnell. Eine ganz einfache Möglichkeit, sich den wohltuenden und beruhigenden Lavendelduft und damit die ätherischen Öle für längere Zeit haltbar zu machen, sind Lavendelsäckchen.

Dazu ein Spezial-Tipp:
Schneiden Sie die Lavendelblüten mit Stil von den blühenden Sträuchern, am besten zu Beginn der Blütezeit und am frühen Morgen, dann ist nämlich der Gehalt an ätherischen Ölen am größten.
Lassen sie die Lavendelblüten kopfüber hängend 1 Woche trocknen an einem schattigen und luftigen Plätzchen, trennen Sie sie dann von den Stilen und füllen Sie sie ab.

„In der Ruhe liegt die Kraft“ – das ist der Satz für den Lavendel.
Lavendel zeigt sich von zwei Seiten:

Zuerst kommt die Ruhe: Lavendel

  • beruhigt die Nerven, besonders bei Nervosität (wird auch oft „Nervenkraut“ genannt. Lavendel ist eine echte Alternative zu Beruhigungsmitteln), auch bei Stress, Ärger und Reizbarkeit,
  • Einschlafstörungen, (Lavendel wird leider sehr oft vergessen, wenn es ums Einschlafen geht: Schon 3-4 Stunden vorm Schlafengehen einige Tropfen Lavendelöl auf das Kissen oder ein speziell hierfür reserviertes Tuch träufeln. Der Schlaf ist erquickender, schlechte Träume bleiben aus und häufig unterbleibt das Schnarchen)
  • tröstet bei Melancholie,
  • führt zu innerer Ausgeglichenheit,
  • sorgt für Regeneration.
  • Bringt „überdrehte“ Kinder wieder auf den Boden.

Daraufhin spüren Sie die Kraft: Lavendel

  • Erfrischt, reinigt und regt an,
  • schärft die Sinne und bringt mutige Entschlossenheit,
  • bringt innere Klarheit,

Lavendel-Rosen-Duftpotpourrie

Eine weitere schöne Möglichkeit, in den Genuss der wohltuenden Wirkung von Lavendel zu kommen, sind Duft-Potpourris.
Ein Lavendel-Duftpotpourri auf dem Schreibtisch baut Stress ab , fördert die Konzentration und hilft gegen Kopfschmerzen.
Auf dem Nachttisch ist es eine wunderbare Einschlafhilfe und bringt auch „überdrehte“ Kinder zur Ruhe.
Lavendel, insbesondere in der Kombination mit Rosenblüten, wirkt harmonisierend, besonders auch bei Traurigkeit oder depressiver Verstimmung.
Damit bietet Lavendel eine natürliche Alternative zu chemischen Beruhigungsmitteln.


Zutaten:
1 Tasse getrocknete Lavendelblütenblätter
2 Tassen getrocknete Rosenblütenblätter
1 Tasse Minze-, Thymian- oder Zitronenmelisseblätter
1 Esslöffel Iriswurzelpulver (gibt’s in der Apotheke)
1 Esslöffel Zimt
2 Tropfen echtes ätherisches Lavendelöl
Denken Sie bei der Ernte daran, dass der Gehalt an ätherischen Ölen und damit die Intensität des Duftes am stärksten ist, wenn Sie die Blüten und Kräuter in den frühen Morgenstunden ernten, bevor die Sonne auf die Pflanzen scheint.
Trocknen Sie die Blüten luftig und schattig.
Vermischen Sie alle getrockneten Pflanzenteile gut miteinander in einer geräumigen Schüssel.

Spezial-Tipp:
Um den Duft zu verstärken und haltbar zu machen, geben Sie 1 Esslöffel Iriswurzelpulver dazu, das gibt es in der Apotheke.
Mischen Sie in einem zweiten, kleineren Gefäß das Veilchenwurzel mit Zimtpulver.
Geben Sie zum Schluss 1-2 Tropfen Lavendelöl hinein und verteilen es durch Rühren gleichmäßig in dem Pulver.
Dann vermischen Sie die Pulvermischung mit der Blütenmischung.
Geben Sie das Ganze in ein verschließbares Gefäß aus Keramik oder Glas und lassen es 6 Wochen lang ruhen.
Schütteln Sie das Ganze täglich, damit sich die Duftstoffe mischen.
Nach 6 Wochen füllen Sie das Potpourri in eine schöne Schale.
Ist der Duft nach einiger Zeit verflogen, kann mit 2 Tropfen Lavendelöl der Geruch wieder aufgefrischt werden.
Danach sollte das Potpourri erneut 2 Wochen in dem verschlossenen Gefäß ziehen.

Lavendelbad

Ebenfalls Wohlfühlmomente verschafft ein Lavendelbad. Es gibt fertige Entspannungsbäder zu kaufen – stellen Sie ein solches Lavendelbad ganz leicht selbst her, während das Badewasser einläuft.

Kochen Sie 1 Tasse frische Lavendelblüten in 1 Liter Wasser in einem Topf mit Deckel auf, sieben es ab und geben es so heiß in Ihr Badewasser. Das aufgekochte und gesiebte Lavendelwasser geben Sie so heiß wie möglich Ihrem Badewasser zu. Die Badewassertemperatur sollte nicht viel heißer sein als 37° . Schon beim Eintauchen fallen Nervosität und Erschöpfung von Ihnen ab. Sie sollten sich nach dem Bad nicht abtrocknen, um die ätherischen Öle so lange wie möglich auf dem Körper wirken zu lassen. Hüllen Sie sich in einen Bademantel oder in ein großes Badetuch und ruhen Sie mindestens 1 Stunde – oder sinken Sie gleich in einen erholsamen Nachtschlaf.
Das Lavendelbad nimmt Ruhelosigkeit. Auch Lärmempfindlichkeit, zum Beispiel bei Tinnitus- Patienten, wird reduziert.
Ein Lavendel-Bad hilft auch gegen rheumatische Beschwerden und bei Muskelkater.
Ausserdem wird die Tätigkeit der Lymphdrüsen und Lymphgefäße angeregt und somit die Entschlackung des Körpers gefördert. 

Massagen

Sie können auch den aufgekochten Lavendel durch ein Leinensäckchen oder einen Waschhandschuh absieben, zubinden und dann in der Wanne schwimmen lassen.
Nach dem Bad nehmen Sie den Waschhandschuh heraus, drücken ihn aus und massieren sich die Haut damit. Lavendel hat einen straffenden Effekt und sorgt für zarte Haut.

oder

Massagen mit einer Mischung aus 4 Tropfen Lavendelöl in 20 ml Mandelöl

  • erleichtern Muskelverspannungen, Muskelschmerzen, Muskelkater oder auch Rheuma.
  • vertreiben die Schlaflosigkeit (Rücken oder Füße massieren),
  • aktivieren die Lymphe und damit die Entgiftung und Entschlackung des Körpers, auch als Gesichtsmassage,
  • lindern wohltuend die Koliken und Bauchkrämpfe der Säuglinge,
  • lassen Sie den Jetlag vergessen (Schultern, Fesseln und Füße einreiben).

Eine originelle Idee zum Schluss: Streuen Sie doch einmal Lavendelblüten auf den Boden Ihrer Sitzecke, so wie es unsere Vorfahren Jahrhunderte lang gemacht haben, Und freuen Sie sich auf den Feierabend oder auf das „Beine hoch legen“. Sie werden all die guten Eigenschaften des Lavendels spüren. Und wenn Sie irgendwann die Blüten mit dem Staubsauger aufsaugen, riecht es auch gleich noch gut und sauber.

Lavendelwasser

Auch zur Hautreinigung und Pflege ist Lavendelwasser ideal. Es hilft sowohl bei trockener, gereizter Haut und Ekzemen als auch bei fettiger Haut und Akne, denn Lavendel wirkt ausgleichend und beruhigend auf die Haut. Sie können Lavendelwasser aus frischem Gartenlavendel selbst herstellen: Übergießen Sie morgens 2-3 Blütenstände Lavendel mit 1/4 Liter handwarmem Wasser und lassen es tagsüber verschlossen an einem warmen Platz, möglichst in der Sonne, stehen.
So haben Sie abends das beste und einfachste Gesichtswasser für die sanfte Reinigung Ihrer Haut.
Im Kühlschrank aufbewahrt hält es sich ungefähr eine Woche.

Sie können damit auch die Haare spülen – das verhindert ein schnelles Nachfettten

Ätherisches Lavendelöl

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Ätherisches Lavendelöl gehört in jede Hausapotheke. Es ist eines der wenigen ätherischen Öle, das pur auf die Haut aufgetragen werden darf – und dabei seine heilende Wirkung entfaltet. Es hilft bei:

  • Verbrennungen (und bei Sonnenbrand. Gut ist auch eine Mischung aus 1 Esslöffel Johanniskrautöl dem 7-8 Tropfen Lavendelöl hinzugefügt werden.)
  • Insektenstichen
  • Kleinen Schnitt- oder Schürfwunden
  • Akne oder anderen entzündlichen Hautausschlägen
  • Nagel- oder Fußpilz
  • Aphthen

Lavendel vertreibt die Motten aus dem Kleiderschrank oder der Speisekammer. Und auch die lästigen Schnaken, die das Schlafen bei offenem Fenster im Sommer erschweren, mögen den Lavendelduft nicht und lassen sich dadurch vertreiben. Einige Tropfen auf einem Duftstein auf die Fensterbank gelegt sorgen für einen ungestörten Schlaf.

Lavendel-Blütentee

Aus frischen oder auch getrockneten Lavendelblüten können Sie sich einen richtigen Heiltrank oder Heiltee brauen. Aus etwa 1 Teelöffel Blüten pro Kanne Wasser, die Sie 5 Minuten ziehen lassen, wird ein zarter Tee, der die Stimmung aufhellt und den Kopfschmerz lindert.
Vor dem Essen getrunken, verbessert er den Appetit. Nach dem Essen genossen, fördert er die Verdauung. Seine Inhaltsstoffe, die Labiatengerbstoffe, regen die Bildung von Galleflüssigkeit an. Das ätherische Lavendelöl beruhigt Verkrampfungen in Magen und Darm und vertreibt Blähungen.
Bei Halsschmerzen können sie damit gurgeln. Das ätherische Öl tötet Bakterien und Viren. Auch krampfartiger Husten löst sich.
Besonders in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr sollten Sie Lavendeltee trinken, denn er stärkt die Abwehrkräfte.

Am Abend ist Lavendeltee ein wunderbarer Schlummertrunk.