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Wenn ein kleines Kind diesen SaKamilletz sagt, ist nicht nur der Magen gemeint, sondern fast immer auch alles, was weh tut in Brust, Bauch oder Becken. Es ist halt einfach etwas nicht in Ordnung. Und dieser kleine Körper, der gesund werden möchte, braucht Unterstützung.

Das erste und wichtigste Heilmittel dabei ist die Zuwendung, damit die Selbstheilungskräfte wirken können – und vielleicht eine Wärmflasche! Dabei sind die kleinen Ohren ganz offen für schöne Geschichten und Märchen – vielleicht sogar über Elfen und Zwerge, die in den Pflanzen wohnen... Nebenbei schlürfen Sie zusammen einen warmen Tee – und die Selbstheilungskräfte sind im Hintergrund schwer aktiv. Natürlich ist es wichtig, zu überlegen, woher die Bauchschmerzen kommen können.
Liegt es vielleicht am Essen?

Kamillentee

Dann könnte ein Kamillentee helfen. Der hilft bei verdorbenem Magen und hemmt Entzündungen der Schleimhäute in Brust, Bauch und Blase. Und er tröstet ein bisschen und bringt die zum Gesundwerden nötige Geduld.

Generell sollten Tees für Kinder nicht so stark zubereitet werden wie für Erwachsene. Der kleine Körper braucht meistens nur einen Heilimpuls. Und da ist es viel wichtiger, dass dieser Kamillentee auch „mundet“. Dafür reicht ein Teelöffel voll getrockneter Pflanzenteile pro Liter Wasser! So sanft zubereitet, schmeckt der Kamillentee sogar ein bisschen nach Äpfeln!

 

FenchelteeFencheldolde

Wenn das Bäuchlein gebläht ist, hilft ein Fencheltee. Er löst die Krämpfe im Magen-Darm-Trakt und bringt die Wärme in den Körper. Er nährt, kräftigt und beruhigt „wie Muttermilch“. Auch bei Husten, besonders wenn der Schleim so schmerzhaft zäh ist, bringt der Fencheltee Erleichterung und verflüssigt den zähen Schleim, so dass er leicht abgehustet werden kann. Fencheltee können Sie gut mit Honig leicht süßen.

 


Vorsicht mit Pfefferminztee

Manche denken bei Krämpfen im Magen-Darm-Trakt vielleicht auch an Pfefferminze. Pfefferminztee sollte aber erst für Kinder im Schulalter angewendet werden. Bei kleineren Kindern kann das in der Pfefferminze enthaltene Menthol zu Atemstörungen führen.

 

Bauchweh, weil sich ein Durchfall ankündigt.

Durchfall ist oft die Folge davon, dass irgendetwas im Essen nicht vertragen wurde – und der Körper wird es auf diese drastische Weise wieder los. Bei leichtem Durchfall und kleinen Kindern hilft oft schon ein auf einer Glasreibe geriebener Apfel. Dadurch ist das Pektin leicht und schnell verfügbar und bremst den Durchfall.
Stopfend wirkt auch eine Karottensuppe, die gleichzeitig auch wieder die verloren gegangenen Mineralien auffüllt. Dafür sollten die Karotten etwa 45 Minuten lang in leichtem Salzwasser gekocht und dann püriert werden. Wirkt auch bei Erwachsenen oft Wunder.
Am allerwichtigsten ist bei jeder Art von Durchfall – auch wenn er durch eine Infektion ausgelöst wurde - viel zu trinken. Da gibt es ein Rezept von der WHO (Welt-Gesundheitsorganisation), das man sich gut auch selbst herstellen kann. Dazu lösen Sie in einem Liter Fencheltee auf: 1 Esslöffel voll Zucker, ½ Teelöffel Kochsalz und, wenn Sie haben, eine Messerspitze voll Natriumbicarbonat (Kaiser-Natron). Dieser Tee schmeckt lecker und führt dem Körper die verloren gegangenen Mineralien und die Flüssigkeit wieder zu.

 

Verstopfung

Kommt das Bauchweh von einer Verstopfung, ist auch hier zu überlegen, ob das Kind etwas zu essen bekommen hat, das es nicht richtig verstoffwechseln kann. Oft sind daran Milchprodukte beteiligt. Verdächtige Nahrungsmittel sollten dann vom Speiseplan gestrichen werden. Wichtig ist es auch bei Verstopfung, ganz, ganz viel zu trinken. Dünner Tee aus Löwenzahn bringt den ganzen Stoffwechsel in Schwung. Bei kleinen Kindern kann auch Holundersaft abführend wirken. Und in hartnäckigen Fällen hilft ein Einlauf mit Kamillentee. Immer aber ist es wichtig, nach der Ursachen zu fahnden.

 

Erkältung

HolunderblütenIst eine fiebrige Erkältung im Anmarsch, hilft Tee aus Holunderblüten. Der lässt die Kinder schwitzen und so die Krankheitserreger „ausheizen“. Auch der Saft aus den Holunderbeeren bringt Wärme und Abwehrkräfte in den Körper. Wärmen Sie den Holundersaft ein wenig an, geben etwa ein Drittel Apfelsaft hinzu (dann schmeckt er nicht ganz so herb) und süßen mit Honig. Der Saft versorgt den Körper mit viel Vitamin C, B-Vitaminen und Blut aufbauenden Stoffen (Anthocyane). Beide, Saft und Tee, stärken das Immunsystem. Und vielleicht lesen Sie das Märchen von Frau Holle vor, denn sie wohnt in jedem Holunderbusch und passt auf, dass alle Kinder gesund bleiben – so jedenfalls berichten es die alten Mythen.

Bei Erkältung und Fieber hilft ein Tee aus Lindenblüten genau so gut wie ein Holunderblütentee. Auch er unterstützt das Schwitzen und hilft Bakterien und Viren zu vertreiben.

 

Mami ich kann nicht schlafen!Zitronenmelisse

Wenn der Bauch immer vorm Einschlafen weh tut – und das Einschlafen überhaupt schwierig ist, hilft ein Tee aus der Zitronenmelisse. Er wärmt von innen, löst die Verkrampfungen und beruhigt. Auf sanfte Weise nimmt er die Angst vor schlechten Träumen. „Herztrost“ nannte ihn Hildegard von Bingen.

 

Mami ich hab Angst

Bauchweh aus Angst – vielleicht sogar vor der Schule – ist ein Fall für Baldrian. Da gibt es mittlerweile sehr sanft wirkende Tropfen im Handel (Fa. Alcea), die auch die Kinder gerne mögen. Baldrian beruhigt, nimmt die Angst vor der Angst und löst die Verkrampfungen, sowohl in Gefühlen als auch im Bauch. Und das macht wieder stark! Nebenbei fördert er auch noch die Konzentration.

 

Gänseblümchen

Gänseblümchen

Und dann gibt es noch das Gänseblümchen – eine Kinderpflanze schlechthin! Gänseblümchen helfen Kindern in allen Lebenslagen! Weil sie so klein sind, sind sie wie pflanzliche Verbündete für die Kleinen. Sie stärken das Immunsystem, regen Leber und Niere an und bringen die Kräfte zurück in Körper und Gemüt.
Solange sie draußen blühen geben Sie junge Gänseblümchenblätter, -blüten und –knospen in den Salat oder Kräuterquark. Oder Sie legen die Blüten direkt aufs (getoastete) Butterbrot. Und das ganze Jahr über können Sie Tee aus getrockneten Gänseblümchen kochen – und gemeinsam mit ihren Kindern trinken. Vielleicht erzählen ihre Kinder zur Abwechslung eine selbst ausgedachte Gänseblümchengeschichte.

Wenn Sie dann im nächsten Sommer zusammen mit Ihren Kindern spazieren gehen, sammeln Sie doch zusammen die Heilpflanzen, die Sie für die Hausapotheke im Winter brauchen. Das bringt allen Spaß! Ernten Sie Holunderblüten zum Beispiel, oder einen Vorrat an Gänseblümchen zum Trocknen. Oder pflücken Sie Spitzwegerich, aus dessen Blättern sie zusammen einen Hustensirup kochen können. Ganz sicher wirkt der bei kommenden Erkältungen ganz besonders gut!
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